Die Vorrausetzungen waren klar abgesteckt. Vier Wochen intensives Training für amerikanische Jetpiloten der Air Force und Navy im Nahluftkampf gegen die MiG-29 und unsere beste Waffe – die R-73“Archer“. 3 x 4 Missionen am Tag beginnend mit Briefings um 0630 Uhr und manchmal bis 1800 Uhr.Wir flogen gegen F-15 der ANG, F-18 der Top Gun Schule und verschiedener anderer
Navy-Staffeln, F-14 direkt vom Flugzeugträger, der 7 Meilen vor der Küste ankerte, und F-5 der Navy-Agressors. So wurden über 200 Missionen geflogen und dabei über 130 Piloten dar amerikanischen Streitkräfte im Luftkampf gegen unsere MiG´s geschult.
Trotz der hohen Anforderungen während der Luftkämpfe gab es keinen einzigen Zwischenfall – ein Zeichen für die hohe Professionalität aller beteiligten Piloten.
Schweißtreibend war die Fliegerei bei Temperaturen über 30°C und einer Luftfeuchtigkeit, die nur als tropisch zu bezeichnend war. Aber darunter hatte vor allem auch unsere Technik zu leiden und trotzdem gab es kaum Ausfälle – Hut ab und Dankeschön!
Alles in allem kann man sagen, dass unsere „Gegner“ so einiges lernen mussten – und auch gelernt haben. Mission erfüllt! Zum Dank wurden wir von den Amerikanern auf den Flugzeugträger USS Truman zu einer sog. Sunset Reception mit Abendessen eingeladen - sehr interessant!
Da war doch aber noch was – das „Karibikfeeling“. So ein wenig wie in der Bacardi-Werbung konnte man sich schon fühlen, zumindest am Wochenende. Bootstouren, Tauch- und Schnorchelausflüge, Seafood bis zum Abwinken oder einfach nur am Strand abhängen. Am Abend wurde dann noch der eine oder andere Flug bei einem Mohjito oder Caipi in einer der berühmten Bars von Key West
besprochen. Hogs Breath Saloon, Sloppy Joe´s oder Ricks - in den Kneipen, in denen sich schon Ernest Hemingway zugerichtet hat, haben wir uns am Wochenende auch ganz wohl gefühlt.
Alles in allem eine Supersache – aber am Ende wollten dann aber alle auch wieder nach Hause.
So verlief unsere Rückverlegung mal wieder fast planmäßig. Mit einem Tag Verspätung kamen wir nach 7 Flügen über Seymour Johnson, Otis, Goose Bay, Narsarsuaq, Keflavik und Kinloss am Sa. 12.10. gegen 1800 Uhr wieder in Laage an – und träumen jetzt bei norddeutschem Schmuddelwetter vom schwitzen beim Fliegen im Paradies.