August/September 2002

Nellis 2002

Nach einer fast problemlosen Verlegung von Laage nach Nellis AFB bei Las Vegas, abgesehen von traditionellen zwei extra Tagen auf Island und Grönland, die durch schlechtes Wetter bedingt waren, nahm unser Geschwader den Flugbetrieb am 12.08.2002 in Nellis auf.
Die erste Woche gehörte fast ausschließlich der Luftkampfausbildung für die Waffenschule der US Air Force. In diesem Rahmen kämpfte eine unserer MiG´s gegen jeweils eine F-15, F-16 oder A-10. Wenn man über den Ausgang der Luftkämpfe reden dürfte, könnte sich der Hersteller unseres Flugzeuges durchaus gezwungen sehen, mal das eine oder andere Fässchen auf die Back zu stellen. Ab der zweiten Woche stiegen wir in die komplexeren Szenarios ein, in denen wir mit mehreren MiGs die Bösen gegen mehrere US-Kampfflugzeuge darstellten. Aufgrund unseres doch etwas limitierten Radars und der Abstandswaffen war der Ausgang der Luftkämpfe dann doch nicht immer zu unseren Gunsten. Dies war jedoch nicht überraschend, ging es doch nicht um gewinnen oder verlieren, sondern um die Erprobung neuer US-Luftkampfverfahren. Die fliegerische Reife und Professionalität unserer MiG-Piloten erlaubt uns auch solche Einsätze zu fliegen, bei denen wir "mit Ansagen" den Kürzeren ziehen. Jeder gab trotzdem sein Bestes und dies wurde von den amerikanischen Freunden dankbar zur Kenntnis genommen. Ein großes Dankeschön an die MiG-Piloten für die professionelle und immer sichere Durchführung der Flüge. Wieder einmal haben wir der 422 Staffel und der Waffenschule in Nellis einen wertvollen Ausbildungsbeitrag geliefert, wobei wir nicht vergessen dürfen, dass alle geflogenen Sorties auch für uns als Hochwertausbildung zu sehen sind. Rundherum ein super Kommando, bei dem beide Seiten nur profitiert haben. Leider war dies das letzte Mal, dass wir deutsche MiGs in Nellis flogen. Wir waren immer gerne dort!

Besonders geglänzt hat und aufgefallen (auch von US Seite bestätigt) war unsere Technik. Mit nur 7 MiGs wurden über 3 Wochen jeden Tag mindestens 10 Sorties produziert. Auf Anfrage wurde wie selbstverständlich immer die eine oder andere zusätzlich gebracht. Unglaublich, und das bei bis zu 50 Grad und permanenter Sonnenbestrahlung. Obendrein war die Stimmung sehr gut. Das disziplinierte Erscheinungsbild sowie das entsprechende Auftreten haben ebenfalls dazu beigetragen, den guten Ruf unseres Geschwaders (zumindest haben wir den bei unseren NATO-Partnern) zu bestätigen. Hut ab und vielen Dank Jungs!

TH